Mittwoch, 7. September 2011

Abschluß

Hier mal die gesamte Strecke, die ich gefahren bin. Das sind über 13.000 Km..



gesamt auf einer größeren Karte anzeigen


Ich habe drei der schönsten und schwierigsten Highways dieser Welt befahren. Den Pamir-, den Karakorum- und den Manali-Leh-Highway. Das machen, in dieser Kombination, nicht sehr viele Motorradfahrer. Ich bin sehr stolz auf mich.


IMG_0615
Pamir


IMG_1477
Karakorum


IMG_2143
Manali-Leh Highway

Ich habe 10 Länder bereist. Darunter auch China. Dies freut mich besonders, da viele dieses Hindernis scheuen. Zugegeben, dies war auch nicht ganz billig, aber die Mühen haben sich gelohnt. Auch war ich in vielen interessanten Städten, wie zum Beispiel:


IMG_9383
Breslau


IMG_9825
Kiwa
 

IMG_0062
Samarkand
 

IMG_0977
Kashgar

IMG_1604
Amritsar

IMG_1933
Leh


Was habe ich aus der Reise gelernt? Ich sehe die Welt mal wieder mit anderen Augen. Die Welt ist nicht so schlecht, wie wir immer denken. Überall gibt es sehr nette und hilfsbereite Menschen. Ich habe keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht. Nirgends. Wollen wir nicht alle in Frieden und Freiheit leben?


IMG_1596
 

Erlebt habe ich sehr viel. Ich habe lange nicht alles in meinem Blog geschrieben. Das würde auch zu weit führen. Es ist schwierig, eine Auswahl zu treffen. Mitunter sind es nur die kleinen Dinge, die in Erinnerung bleiben.


IMG_9364
die drei waren sehr lustig

IMG_0995
und die wollten mir die Spielregeln erklären

Tausende Male haben mir die Leute zugewunken und nicht nur die Kinder, auch Erwachsene. Ich habe immer zurückgewunken. Ich finde das gehört sich auch. Sie hätten ja auch einen Stein nehmen können und nach mir werfen.

Aufgefallen ist mir, dass wenn man Steppen oder Wüsten durchquert, Pässe oder Gebirge überquert, es auf einmal einen ganz andereren Schlag von Menschen gibt. Sei es bei der Durchquerung der Kasachischen Steppe, der Hochebene vom Pamir, der Touragart Pass nach China oder der Khunjerab Pass nach Pakistan.

Immer gab es danach eine völlig andere Bevölkerung und Infrastruktur. Sei es die Autos, die auf der Straße fuhren, die Gesichter der Menschen, die sich änderten. Die Sprache und die Gewohnheiten der Menschen. Und das alles in nur wenigen hundert Kilometern.

IMG_0189

Gelernt habe ich auch, dass man mit dem zufrieden sein muss, was man hat. Ich habe über den Regen in Polen geschimpft. In Usbekistan wünschte ich mir dann den Regen aus Polen wieder, weil es so heiß war. Bei den hohen Pässen wünschte ich mir dann wieder die Hitze aus Usbekistan etc. etc. Ich kann von mir sagen, dass ich zufriedener und mit mir wieder mehr im Reinen bin.


IMG_9782

Ich habe gefroren und geschwitzt, ich hatte sehr viel Sonne und auch Regen und sogar Schnee, schlechte und gute Straßen, harte und weiche Betten. Aber alle waren sehr gute Tage.
 
Und liebe Reisende, lasst Euch nicht von Gerüchten oder Erzählungen anderer abhalten. Ich habe vor meiner Reise sehr viele negative Berichte gelesen und gehört. Selbst auf der Reise habe ich von Dritten schlimme Geschichten gehört. Alles ist nicht eingetroffen. Im Gegenteil, ich kann nur Gutes berichten.

Also lasst Euch nicht einschüchtern und fangt an zu Planen. Wenn Ihr Fragen habt, beantworte ich sie gerne.


IMG_1236
ja, man kann den neuen Hunza See überqueren

Was würde ich das nächste Mal was anders machen? Nicht viel. Vielleicht würde ich so eine Reise nicht mehr ganz allein machen. Es gab schon Zeitpunkte, wo ich gerne jemanden an meiner Seite gehabt hätte, um die schönen Momente zu teilen. Und von denen gab es jede Menge. Genossen habe ich die 10 Tage mit Roberto. Er konnte ein wenig russisch und so lief alles ein wenig einfacher für mich.


IMG_0051



Morgen werde ich aus meinem Traum heraus gerissen und in nur wenigen Stunden in einer ganz anderen, mir vertrauten Welt, sein.

Und dann werden nur Erinnerungen bleiben.

STEPHAN
noch Delhi/Indien

IMG_9146
kurz vor der Abreise


IMG_1977
und auf dem Höhepunkt der Reise



Dienstag, 6. September 2011

13270 Km – Delhi/IND 2.Teil

Erst einmal das Wichtigste. Das Motorrad ist jetzt unter Zollverschluss und niemand kommt mehr an das Motorrad ran, selbst ich nicht mehr. Alle Papiere habe ich jetzt zusammen. Die Kiste wird in 30 bis 45 Tagen in Hamburg sein.

Vielen Dank an dieser Stelle an Günter, für die Hilfe bei dem Rücktransport.

Jetzt kann ich beruhigt schlafen und mir Gedanken um die letzten beiden Tage in Delhi machen. Eigentlich wollte ich ja nach Agra zum Taj Mahal fahren, aber irgendwie habe ich keine Lust die 200 Km in einem Taxi hin und zurück zufahren. Dazu ist es noch sehr teuer und ich war schon zweimal dort.

Also habe ich mir ein Taxi für einen Tag gemietet und mir die Sehenswürdigkeiten in Delhi angeschaut.


IMG_2248
India Gate


IMG_2264
mit der ewigen Flamme


IMG_2278
Qutb Minar Komplex
  

IMG_2321
mit sehr alten Säulen


IMG_2334
Lotus Tempel


IMG_2336
und natürlich das rote Fort


Und es gibt da noch die eine oder andere Sache, die ich mir anschauen werde.

So langsam fange ich an zu realisieren, was ich da überhaupt gemacht habe. Ich habe mir mal meine 2276 Bilder angeschaut. Vieles ist schon lange her und bei mir fast in Vergessenheit geraten. Ich freue mich unheimlich.

Ich freue mich auch auf zu Hause. Aber ich weiß genau, dass ich nach wenigen Tagen in der Heimat lieber wieder auf dem Motorrad durch fremde Länder fahren würde.

Und mal ein Wort zum Motorrad. Wer den Blog von Anfang an mit verfolgt hat weiß, dass ich am ersten Tag einen Motorschaden hatte und danach einen von mir überholten Motor eingebaut habe. Dieser Motor hatte zu der Zeit keine Minute gelaufen. Und jetzt hat er mich die 13000 Km nach Indien gebracht. Bin also doch nicht so ein schlechter Mechaniker.


IMG_0331

Ich habe das Motorrad nicht geschont. Es hat mich zuweilen mal geärgert, aber im Großen und Ganzen hat es keine größere Schwierigkeiten gegeben. Zugegeben, es ist jetzt eine größere Wartung und Reparatur fällig, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es ein besseres Motorrad für diese Art von Reisen gibt.

STEPHAN
Delhi/Indien

Sonntag, 4. September 2011

13270 Km – Delhi/IND 1.Teil

Je näher ich nach Delhi kam, umso mehr Pausen habe ich gemacht, die auch immer länger wurden. Ich wollte ja eigentlich nicht in Delhi ankommen, denn dies bedeutete das Ende der Motorradreise.

Aber es musste irgendwann sein. Also rein in die schmutzige, stinkende und überbevölkerte Großstadt, vom Verkehr ganz zu schweigen. Ich weiß nicht, wie man hier leben kann.

Das Hotel, in der Nähe des Spediteurs habe ich dank GPS schnell gefunden. Ich konnte mich kaum freuen, dass ich mein Ziel erreicht habe, denn jetzt fing die Arbeit an. Das Motorrad wurde gleich am nächsten Tag verpackt.


IMG_2193
mein Spediteur, Madaan Motors

IMG_2199
Erst wird das Motorrad ausgemessen,

IMG_2210
dann werden viele Bretter gesägt.


IMG_2216
Stellprobe, ob alles passt.


IMG_2233
Verpackungskünstler


IMG_2241
Ein letzter Blick


IMG_2246
fertig


Morgen soll ich die ganzen Papiere bekommen und das war es dann. Ich habe gut zwei Drittel meines gesamten Gepäcks mit in die Kiste getan. Ich lebe jetzt aus einer kleinen Reisetasche.

Irgendwie kann ich noch nicht realisieren, dass ich es geschafft habe. Ich kann mich auch noch nicht richtig freuen. Ich habe ständig das Gefühl, dass ich morgen das Motorrad wieder beladen werde und auf Achse bin.

Ich gehe fest davon aus, dass das Hochgefühl noch kommt. Ich muss vielleicht erst ein wenig zur Ruhe kommen. Ich habe jetzt noch 4 Tage in Delhi. Mal schauen was ich noch anstellen werde. Mir fällt da bestimmt noch etwas ein. Ich hab da so eine Idee.

STEPHAN
Delhi/Indien